Tagebuch aus Haithabu / Hedeby
 
   

24. August 2008 - Unwetter, Fischsuppe & Webstuhl

Eigentlich wollte ich am Samstag nach Haithabu fahren, da an diesem Tag Beate und Hallveig die Fischsuppe (Hecht & Dorsch) kochen wollten. Nur an diesem Tag brach über Schleswig-Holstein die Sintflut herein. Es hatte den ganzen Tag nur geregnet und ich fürchtete, dass diesmal die Küche in Haithabu kalt bleiben würde. Aber wie ich dann am nächsten Tag in Haithabu erfuhr, kochten Beate, Hallveig und Raphi tatsächlich die Fischsuppe, auch wenn der vorderer Aktivitätsbereich (Sonnenzelt) unter Wasser stand. Beachtlich, ich habe damit nicht gerechnet und wahrscheinlich die ca. 400 Besucher auch nicht.

Am Sonntag schien jedenfalls wieder die Sonne, auch wenn sie immer mal wieder durch Wolken unterbrochen wurde. Aber zumindest hat es am Nachmittag nicht geregnet.

Trotz der Gefahr, das es auch am Sonntag heftig regnen könnte, waren doch immerhin ca. 1400 Besucher zu den Häusern gekommen. Hier der vorderste Aktivitätsbereich mit dem Sonnenzelt.
Man sieht dort Beate stehen und rechts sitzend, Raphi (Knochennadel). Raphi war zum ersten Mal in Haithabu. Sie demonstrierte hier gerade das spinnen mit einer Handspindel von Hallveig, das nach einem Holzfund in Haithabu gebaut wurde.

Beates Schautisch, das in Haithabu einfach nicht mehr fehlen darf. Sie zeigt darauf immer eine Auswahl von Lebensmitteln und Küchenzubehör, was nach dem heutigen Wissensstand die Wikinger kannten und auch anwendeten.

Die Kochstelle unter dem Sonnenzelt. Links im großen Kessel sieht man keine Maissuppe, auch wenn da etwas „gelbliches“ drinnen ist. Nein, das ist eine Erbsensuppe mit gelben Erbsen.
Viele Besucher hielten das ebenfalls für eine Maissuppe und nicht nur ich war darüber verwundert, das es neben unseren heutigen bekannten grünen Erbsen auch gelbe Erbsen existieren.
Die Wikinger kannten übrigens nur die gelben Erbsen. Mehr Information darüber findet man hier: http://de.wikipedia.org/wiki/erbse Die schönste Überraschung war aber für mich, als ich hörte das extra für mich noch etwas Fischsuppe aufgehoben wurde. Die sieht man rechts über das Feuer kochen. Und sie hatte herrlich geschmeckt. Vielen Dank Beate, Hallveig, Raphi und Jörg, der die Fische gefangen und geliefert hatte. Insgesamt also: takk for maten. :-)

Auch Hallveig zeigte vor Besuchern das spinnen von Wolle mit einer Handelspinne.
Und viele Besucher, darunter auch Kinder, wollten das unbedingt mal selber ausprobieren.
Da der Aktivitätsbereich nicht durch Seilen abgegrenzt wurde, war man als Besucher mitten im Geschehen und ließ sich auch gleich in die Aktivitäten wie spinnen und nadeln leichter einbinden.

Von links: Raphi und Hallveig am senkrechten Webstuhl im Haus Nr. 2 [Haus des Tuchhändlers]. Hallveig erzählte mir, das Raphi den Webrythmus für den Diamantköper herausbekommen hatte.
So konnten dann beide am Webstuhl mit einen anders farbigen Schussfaden weiter weben.
Da der Webstuhl nur bei geöffneter Tür erhellt wird, können nun die Besucher das Muster leichter erkennen. Wahrscheinlich wurde das Muster bisher meistens von den Besuchern einfach übersehen.

Eine Nahaufnahme vom Diamantköper (Rautenköper). Leider ist die Wolle sehr hakelig wodurch das weben nicht einfach war.

Claudia vom Museum backte zwischendurch immer mal wieder Fladenbrot auf der Eisenpfanne, das dann an die Besucher verteilt wurde. Für viele Besucher doch eine Überraschung, das man ''sowas'' überhaupt essen kann. Aber Tatsache ist halt, das das Fladenbrot sogar schmecken kann.

Links Beate an ihrem Schautisch mit interessierten Besuchern und Claudia weiterhin beim backen. Durch die fehlende Absperrung haben die Besucher die Möglichkeit, sich alles ganz genau an zusehen.

Der Verkaufsstand von Vikingr-Kontor. Ob nun ein Schwert für die Kids oder ein historisches Feuerzeug für die Eltern. Für jeden Souvenirjäger ist dort etwas zu finden. Leider funktioniert die Homepage nicht, daher kaufen wohl auch viele Darsteller zur Zeit in Haithabu ein.
Wer mehr über dieses Wochenende in Haithabu wissen möchte, findet es auf Hallveigs Blog.

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