Tagebuch aus Haithabu / Hedeby
 
   

05. August 2009 - Keramik in der Wikingerzeit

[Überarbeitet am: 14. August 2014]

An diesem Mittwoch war das Wetter einfach nur perfekt. Sonnig und warm, also genau richtig für eine Tagesreise nach Haithabu. In dieser Woche lief die Belebungsaktion "Vorführung - Handwerk im Experiment" mit dem Titel: "Kugeltöpfe und Rheinische Kannen - Keramik der Wikingerzeit".

Dafür war der Keramik-Meister Helmut (Studer) aus Bretten-Diedelsheim nach Haithabu angereist und baute seinen Zelt direkt neben das Verkaufszelt von Vikingr-Kontor auf. Beides in direkter Nachbarschaft zudem Haus des Kammmachers. Helmut (Studer) ist seit vielen Jahren in der Darstellerszene bekannt aber auch Museen schätzen seine Repliken historischer Gebrauchskeramik wegen der Detailgenauigkeit.

Was mir gleich in seinem Verkaufszelt sofort aufgefallen war, war die Keramik, die auch in Haithabu bei Grabungen gefunden worden sind und nun im Museum ausgestellt werden. Interessant auch, dass er Keramik ohne Glassierung und niedrig gebrannt in seinem Angebot hatte, obwohl diese Keramik eher von Museen als von Wikinger-Darsteller gekauft werden. Diese "unbehandelte" Keramik muß nach der Benutzung in der Regel schnell und gründlich gereinigt werden, da sich sonst darin schnell Schimmel bildet. Viele Wikinger-Darsteller kaufen auf den Märkten deswegen leider von Helmut (Studer) eben nicht diese Keramik. Daher werden die nur auf Bestellung oder eben für die Museen hergestellt. In den Häuser stehen einige dieser Keramiken von Helmut Studer.

Helmut (Studer) töpferte live vor den Augen der Besucher im Wikinger Museum und daher konnte ich mir seine Arbeit mit dem Ton mal ganz ausführlich und in Ruhe ansehen. Geduldig ging er auf sämtliche Fragen der Besucher ein und gab ausführliche Antworten. Während ich ein Bild nach dem anderen fotografierte, hörte ich ihn dabei zu. Besonders Kinder waren davon fasziniert, wie am Anfang aus einem reinen Klumpen Ton am Ende ein schöner Kugeltopf entstehen kann.

An diesem Tag besuchte der bekannte Haithabu-Experte Professor Dr. Kurt Schietzel (mit Hut) die Wikinger Häuser in Haithabu und war von den Arbeiten des Keramikmeisters sehr begeistert. Es entwickelte sich dann daraus einen Fachgespräch über Keramik aus dem Früh- und Mittelalter.

Die Axt spielte als Arbeitsgerät bei den Bewohner von Haithabu eine wichtige Rolle. Je nach Arbeitsbedarf gab es daher unterschiedliche Axtarten. In Haithabu wurde in der Regel beim Hausbau die Baumstämme mit Äxten aufgespaltet, um Holz zu sparen. Ebenfalls spielte die Axt beim Schiffbau eine wichtige Rolle.

Viele der Gebrauchsgegenstände in den Wikinger Häuser vom Museum werden von den Museumsangehörigen (wie hier von Reinhard) in Handarbeit erstellt. Die Besucher können dabei zusehen und auch Fragen stellen. Oder, was auch vorkommt, es mal selber versuchen.

Eine exakte Darstellung einer Inneneinrichtung ist leider nicht möglich. Aber damit man ungefähr einen Eindruck darüber gewinnen kann, wie es in einem Haus von einem Händler ausgesehen haben mag, werden nun in dem Haus der Händler [Haus 3] Pelze und Felle aufgehängt. Auch weitere Gebrauchskeramik von Helmut Studer werden irgendwann dort im Haus stehen.

Helmut (Studer) plant für den Monat August bei den Wikinger Häuser in Haithabu auf dem Sommermarkt (15. bis 23. August 2009) einen Grubenbrand.

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