11. Juli 2010 - Leben und Handwerk in Haithabu (1)
Mit dem heutigen, sonnigen Tag endete nach einer langen Woche für die Belebungsdarsteller die Zeit in
Haithabu und sämtliche Feuer wurden gelöscht. Sie haben in den Wikinger Häuser nicht nur gelebt, sondern auch gearbeitet.
Auch die Knorr „Sigyn“ nahm heute kurz nach Mittag wieder Kurs nach Schleswig und verließ das Haddebyer Noor für dieses Jahr.
Ich hoffe auf ein Wiedersehen in Haithabu 2011! Über die Ankunft der „Sigyn“ in Haithabu habe ich am 02.07.2010 berichtet.
Nun will ich hier kurz berichten, was ich alles in Haithabu in der „Sommerzeit unter den Dächern von Haithabu“ erlebt habe.
Aber der Anfang macht erst mal ein „Miet-mich“-Kühlschrank. Immerhin gab es wegen diesen Kühlschrank in einer
schleswig-holsteinischen Tageszeitung einen „satirischen“ (?) Kommentar, da es in der Wikingerzeit ja noch keine Kühlschränke
gegeben hatte. Nun, damit die Belebungsdarsteller (darunter auch Kinder) ihre Getränke und Lebensmittel (zum Beispiel
Nudelsalat und Fleisch) kühl halten konnten, hatte die Museumsleitung Frau Ute Drews ihnen einen „Miet-mich“-Kühlschrank zur
Verfügung gestellt. Und am 02.07.2010 brachte Reinhard Erichsen („Museumswikinger“) diesen „Miet-mich“-Kühlschrank zu den
Wikinger Häuser und das Gerät wurde dann in der Küche aufgestellt.
Dieser „Miet-mich“-Kühlschrank wurde bei diesem Rekordsommer dann auch gerne dankbar angenommen. Selbst ich stellte dort
meine Wasserflasche rein und trank nicht das brackige Noorwasser. Immerhin gibt es in Haithabu keine (von den Archäologen
vermutet) wikingerzeitliche Frischwasserbrunnen mehr. Vielleicht war der Zeitungskommentator aber auch nur auf diesen „Miet-
mich“-Kühlschrank neidisch, weil er in der Zeitungsredaktion die ganze Zeit nur warmes Leitungswasser trinken konnte?
Egal was der Grund am Ende nun war, für einen Bericht in der Zeitung war es wohl wichtig genug und daher veröffentliche ich
hier nun eine Aufnahme von diesem „Miet-mich“-Kühlschrank. ;-)
Aber nun zurück zu den Wikinger Häuser und deren Bewohner. In der Werkstatt vom Haus des Kammmachers
[Nr. 1] arbeiteten Christoph Roeser, sein Sohn Jan und Susanne Ratzer. Wie schon am 05. & 06. Juni produzierten sie dort neue
Artikel (Kämme, Spielsteine, Nadeln etc.) aus Knochen und Geweihe.
Neben dem Haus des Kammmachers steht weiterhin das Verkaufszelt von Vikingr-Kontor (Iris und Matthias
Barkmann) und da Matthias auch der Schmied ist, befindet sich dessen Zelt mit der Schmiedeausrüstung neben dem Verkaufszelt.
Direkt daneben werden Stoffe aus Wolle von NordischWerk (die Familie Tanja und Christoph Wagner mit ihrem Sohn Robin)
gefärbt.
Im Haus des Tuchhändlers [Nr. 2] wurde von den Frauen (Raphaela Roeser, ihre Tochter Julia und Maike Anding)
Wolle gesponnen und Stoffe gewebt. Im hinteren Wohnbereich befand sich ein Schautisch mit Obst, Gemüse- und Getreidearten
aus der Wikingerzeit. Das mit dem Wohnbereich kann man wörtliche nehmen, da die Belebungsdarsteller in dieser Woche nicht
nur in den Häusern gearbeitet haben sondern ebenfalls dort auch wohnten. Einige Museumsbesucher wollten das nicht recht
glauben aber es entspricht der Tatsache, dass für eine kurze Zeit die Wikinger Häuser wieder zu Wohnhäuser für Menschen
wurden. Abgesehen von den ständigen Nebenmietern (Mäuse, Schwalben etc.), die dort immer leben.
Entweder am Haus des Fischers [Nr. 6] oder am Haus des Holzhandwerkers [Nr. 4] saß der Löffelschnitzer Steffen
Jost und arbeitete an einem Löffel. Er wird für mich einen Haithabu-Löffel aus Eibe schnitzen, dass ich dann nächstes Jahr bei
Dr. Kroll`s archäologisch-botanische Führung mitnehmen und vorzeigen möchte. Übrigens hielt am heutigen Sonntag Dr. Helmut
Kroll für dieses Jahr leider seine letzte Führung. Ich konnte wegen Helmut Studer`s (Keramik-Meister aus Bretten-Diedelsheim)
Grubenbrand nicht daran teilnehmen. Aber zum Thema Grubenbrand geht es erst im zweiten Teil weiter. Wer mehr Information
über die Führung haben möchte, findet sie hier: KLICK MICH vom 20. Juni 2010. Nun aber wieder zurück zum Löffelschnitzer. Ihn konnte ich
schlecht fotografieren, da er ständig von Museumsbesucher umzingelt war und alle Fragen richtig mit Begeisterung beantwortete,
so das er kaum ruhig auf seinem Platz saß. Da aber seine Löffel dafür ruhig dalagen und wirklich sehr schön geworden sind,
fotografierte ich die dann halt. ;-)
Da einige der Belebungsdarsteller am Abend Fisch essen wollten, legte am 09. Juli 2010 der Schleifischer Jörg
Nadler mit seinem Fischerboot „Laurin“ („Schle 6“) an der Landebrücke an und lieferte die frischgefangenen und geräucherten
Fische aus. Nach einem Rundgang und Einkauf von neuer Keramik bei Helmut Studer, ging es wieder zurück Richtung Holm.
Dabei gab es diese Begegnung zwischen „Laurin“ und „Sigyn“. Treffen der Generationen. :-)
Den zweiten Teil von diesem Bericht findet man hier: KLICK MICH.
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