Tagebuch aus Haithabu / Hedeby
 
   
25 Jahre Wikinger Museum Haithabu
11. Juli 2010 - Leben und Handwerk in Haithabu (2)
[Überarbeitet am: 15. August 2014]

Vom 03. bis zum 11. Juli 2010 lebten und arbeiteten in Haithabu fast 30 Belebungsdarsteller und unten an der Landebrücke lag zum ersten Mal ein wikingerzeitliches Handelsschiff (Knorr), die „Sigyn“. Heute am Sonntag endete nun leider diese Belebungswochenaktion und ich will hier im zweiten Teil weiter darüber schreiben, was ich in Haithabu erlebt habe. Den ersten Teil von diesem Bericht findet man hier: KLICK MICH und den dritten Teil hier: KLICK MICH.

Die „Sigyn“ segelte in den letzten Tagen auf dem Haddebyer Noor und wer bereit war und für die Erhaltung des Schiffes eine kleine „Spende“ bezahlte, durfte als Museumsbesucher mitsegeln. Hier eine Aufnahme von der „Sigyn“ neben dem Wikinger Museum Haithabu. Leider musste heute die „Sigyn“ zusammen mit ihrem Beiboot (die „Imme“) Haithabu wieder verlassen und beide fuhren langsam unter der Brücke in die Schlei Richtung Heimathafen nach Schleswig zurück.

Im ersten Teil schrieb ich kurz etwas von Helmut (Studer), Keramikmeister aus Süddeutschland. Er war ebenfalls wieder mit seinem Arbeits- und Verkaufszelt in Haithabu. Die Museumsbesucher konnten Helmut (Studer) bei der Arbeit zusehen und wer wollte, auch Keramik kaufen.
Ich kaufte mir einen (unglasierte) Topf aus dem slawischen Gebiet.

Auch in diesem Jahr (am 09. Juli 2010) wollte Helmut (Studer) in Haithabu wieder Keramik in einem Grubenbrand brennen. Nur anstatt wie im letzten Jahr direkt neben der ehemaligen Archäologenbaracke (heute ist dort die Kasse und Besucher-WC), findet der Grubenbrand diesmal auf der anderen Bachseite statt, direkt neben dem Fassbrunnen. Die Holzkohle in der Grube brannte schon etwas länger (bewacht von Jonas (Sirvend), der Helmut (Studer) bei dem Brand unterstützte) und erhitzte den Boden ausreichend genug, dass Helmut (Studer) gegen 15:48 Uhr darin die Keramik verteilen konnte und dann den Grubenbrand mit Grassoden abdeckte.

Heute am Sonntag wurde die Grube von Helmut (Studer) und Jonas (Sirvend) geöffnet und umringt von einigen Belebungsdarsteller und Museumsbesucher hob er dann die fertig gebrannte Keramik aus der Grube. Außer ein Topf, von dessen Rand mehrere Stücke abgebrochen waren, blieb die gesamte Keramik in Ordnung (letztes Jahr war leider mehr zebrochen) und wurde dann an einigen Belebungsdarsteller und in den Wikinger Häuser verteilt.

Haithabu war in Frühmittelalter eine wichtige Handelssiedlung und wurde daher von vielen Kaufleuten oder einfache Reisende, die dort etwas kaufen / verkaufen wollten oder nur auf der Durchreise waren, besucht. Vermutlich gab es daher in Haithabu auch Häuser (Herbergen), wo die Reisenden übernachten konnten. Haus Nr. 7 (große Aufnahme ganz oben) wurde im Wikinger Museum Haithabu als Herberge aufgebaut. Wer im Museum besonders auf die Häuser achtet, wird entdecken, dass die Herberge eine Alternativrekonstruktion von Haus Nr. 1 (Haus des Kammmachers) ist. Der Grundriss wurde hierfür zwar gespiegelt aber es gab bei dem Dach noch genug Rekonstruktionsmöglichkeiten. Direkt neben dem Hühnerstahl (noch ohne Hühner ) arbeitete der Schuhmacher Andreas „Andy“ (Helfert) an neuen Schuhen von Typ „Haithabu“. Es sind Rekonstruktionen von Schuhen, die bei den Grabungen in Haithabu gefunden worden sind.

Zum Abschluss von Teil 2 (an Teil 3 wird bald geschrieben) noch eine Neuvorstellung. Am 07. Juli 2010 erfuhr ich von dem Knochenschnitzer Christoph (Roeser), das er erneut Vater geworden ist.
Am 06. Juli 2010 kam Jördis (der Name kommt ursprünglich aus Norwegen, wird aber dort entweder Jørdis oder als Urname Hjørdis geschrieben) in Schleswig auf die Welt. Übrigens diese Aufnahme wurde nicht in Schleswig, sondern in Haithabu gemacht. Damit dürfte Jördis in dieser Woche wohl die jüngste Bewohnerin von Haithabu sein.

Herzlichen Glückwunsch an Raphi und Christoph (Roeser) und alles Gute für die Neuschleswigerin.
Jördis Roeser, Neubürgerin von Haithabu WHH 11-07-2010
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