04. April 2010 - Aufschären eines Gewichtswebstuhls
An diesem Wochenende wollte Stiftsfrau Harlindia (Heidi Hübner-Weiss) den weiten Weg nach Haithabu
kommen, um zusammen mit Hallveig (Michaela Kafai) im Haus des Tuchhändlers [Nr. 2] einen Gewichtswebstuhls aufzuschären.
Leider war die Wettervorhersage für dieses Wochenende nicht gerade gut, da viel Regen, sogar Gewitter vorhergesagt wurde.
Ich habe daher nicht mit vielen Besuchern in dem Wikinger Museum gerechnet und ging eher von einem ruhigen Wochenende
für die beiden Frauen aus.
Bevor ich zu den Wikinger Häuser ging, wollte ich noch schnell für einen norwegischen Archäologen das Buch von
der Ausstellung „Haithabu - Fernhandel zwischen den Welten“ von Frau Birgit Maixner (für 14,80 €) an der Museumskasse kaufen
und war dann dort über die hohe Besucherzahl überrascht. Die Waben (Museumsgebäude) waren so voll, dass ich nicht mehr durch
die Ausstellung ging, sondern Richtung Halbkreiswall zu den Wikinger Häuser in Haithabu weiter marschierte.
In der ehemaligen Grabungsbaracke traf ich in der Küche Lasse und er hat mir berichtet, dass Haithabu an diesem
Wochenende schon über 1000 Besucher hatte. Das war wirklich eine erfreuliche Nachricht. Am Haus des Fischers [Nr. 6] traf ich
Claudia. Weiter geht es zum Haus des Tuchhändlers [Nr. 2] wo Hallveig und Harlindia am senkrechten Webstuhl gearbeitet haben.
Mir ist gleich aufgefallen, dass beide bei der Kälte richtig dick angezogen waren. Da am Karfreitag, Samstag und heute am
Ostersonntag sehr viele Besucher bei den Wikinger Häuser waren, konnte Hallveig und Harlindia den Webstuhl nicht komplett
aufschären. Aber dafür haben die Besucher vieles zum Thema Wikinger und Handarbeiten erfahren. Hallveig und Harlindia haben
auf ihren Blogs über das Osterwochenende auch etwas geschrieben.
Wer zum ersten Mal Haithabu besucht, wird eine wesentliche Veränderung bei den Wikinger Häuser nicht
bemerken. Die Landebrücke ist nicht mehr wie sonst in den vorherigen Jahren von einem Schilfgürtel verdeckt. Man hat von dem
Versammlungshaus [Nr. 5] nun eine freie Sicht. Rund um den Fußweg und an der Landebrücke, die von den Häusern zum
Haddebyer Noor führen, wurde etwa mehr als ein Hektar des Landschilfgürtels abgemäht. Laut Dr. Martin Segschneider vom
Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein bedrohen die kräftigen Schilfwurzeln die große Menge an Spuren aus der
Wikingerzeit, die zwar noch nicht entdeckt worden sind aber weiterhin rund um Haithabu vermutet werden. Nun wird dort für
besonders bedrohte Wiesenvögel wie Kiebitze und Rotschenkel eine Salzwiese entstehen. Und am Selker Noor wird als Ausgleich
wieder Schilf angepflanzt. Begleitet wurde diese Aktion von der unteren Naturschutzbehörde des Kreises.
Die Sonne schaute auch mal wieder vorbei und es gab bis zum Feierabend keinen Regen mehr. Was mir in der
neuen Ausstellung drüben im Wikinger Museum aufgefallen war, dass dort die Kinder leider keine Rückzugmöglichkeit mehr
haben. Die alte Spielecke ist komplett verschwunden, obwohl die man ja eigentlich in der Kassewabe wieder aufbauen könnte.
Richtig interessant für die Kinder wird es eigentlich erst bei den Wikinger Häuser in Haithabu und wenn dann auch noch einige
„Wikinger“ dort das Handwerk vorführen, wo sich Kinder aktiv daran beteiligen können. Dann wollen viele der jungen „Neubürger
von Haithabu“ meistens dort nicht mehr weg. Sehr zum Leidwesen der Eltern, die nach Hause wollen aber erst mal
die jungen „Wikinger“ (meistens unter Protest) aus den Häusern rausschleppen müssen. ;-)
Bis 17:00 Uhr waren die Häuser wirklich gut besucht und erst danach kehrte in Haithabu wieder Ruhe ein. Nur
dann meldete sich Thor wieder und schickte eine große Gewitterfront nach Haithabu. Anfangs klang der Donner eher nach der
Heizungsanlage in der ehemaligen Archäologenbaracke aber dann wurde es lauter und südlich vom Halbkreiswall blitzte es
heftig. Ganz schnell wurde das Haus des Tuchhändlers verschlossen und unter einem Hagelschauer rannten wir alle in die
Archäologenbaracke. Die Aufnahme (ganz oben) zeigt den Hagelschauer. Erst nach 20:00 Uhr konnte ich mich von Hallveig und
Harlindia verabschieden und zum Bahnhof laufen. Dort schlug vermutlich auch ein Blitz ein, da ein Teil der Beleuchtung und
die Anzeigetafeln nicht mehr funktionierten. Es war schön mal wieder Stiftsfrau Harlindia in Haithabu zu sehen und ich freue mich
schon auf ihren nächsten Besuch im Juli.
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