17. Juni 2012 – Was blüht denn da in Haithabu?
[Überarbeitet am: 6. Juli 2012]
Wegen drei Museumsveranstaltungen wollte ich heute unbedingt nach Haithabu fahren:
- Wegen der archäologisch-botanische Führung „Was blüht denn da in Haithabu“
mit Dr. Helmut Kroll.
- Dann wegen einer Vorführung Handwerk im Experiment zum Mitmachen „Mit Brettchen gewebt – Kunst volle Borten für die Tracht“
mit Saskia (Sobbe).
- Und wegen einer weiteren Vorführung Handwerk im Experiment „Gefäße und Objekte aus Speckstein“ mit Arno (Reinecke).
Obwohl das Wetter an diesem Tag (Tiefdruckgebiet über Deutschland) für eine Wanderung nicht gerade geeignet
war, ging ich das Risiko ein und wollte mit dem Zug nach Schleswig fahren. Dabei gab es in Rendsburg einen kurzeitigen, aber
heftigen Gewitterschauer. Leider verspätete sich die Deutsche Bahn um über 20 Minuten und daher traf ich die archäologisch-
botanische Wandergruppe erst unterhalb der Hochburg und nicht wie eigentlich geplant, beim Startpunkt an der Glocke vor dem Wikinger Museum
Haithabu. Ich war über die kleine Gruppe etwas verwundert, da sich immer einige Museumsbesucher für die archäobotanische
Wanderung durch die Landschaft der Wikinger interessiert haben, aber vermutlich wollten die Leute aufgrund der unbeständigen
Wetterlage in Schleswig-Holstein das Risiko eines Gewitterschauers wohl nicht eingehen. Die Gruppe bestand aus Dr. Helmut Kroll
vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der CAU Kiel, Museumsleiterin Ute Drews, Museumsmoderator Wulf (Freese), zwei
Mitgliedern von der AG Praktische Archäologie Lkr Harburg und mir, also insgesamt sechs Personen.
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Erschrocken bemerkte ich, dass Dr. Kroll einen Gehstock dabei hatte und als
Wulf (Freese) ihn darauf ansprach, klärte Dr. Kroll uns auf, dass es sich nicht um einen Gehstock, sondern es sich um einen Zeigestock handeln würde!
Also Entwarnung, wie man auf den Aufnahmen sehen kann, ist mit Dr. Kroll alles in Ordnung.
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Obwohl ich schon an einigen archäologisch-botanischen Führungen teilgenommen habe, lernt man immer wieder
etwas Neues dazu und erfährt nebenbei auch Neuigkeiten aus der Forschung zum Thema „Pflanzenwelt zur Zeit der Wikinger“. Und
da in der Regel Museumsleiterin Ute Drews ebenfalls immer mit an den Führungen teilnimmt, erfährt man auch vieles
Wissenswertes aus der Welt der Wikinger und Haithabu. Die Wanderung führte vom Wikinger Museum Haithabu auf dem Weg
„Am Haddebyer Noor“ unterhalb der Hochburg Richtung nördlicher Stadtwall. Dort oben merkte man es sehr deutlich, dass es heute
besonders windig war. Dann ging es über den Stadtwall weiter Richtung „Nordtor“ und dort ging es dann nach rechts abgebogen weiter über einen
kleinen Weg Richtung „Kirchenweg“, der dann hoch auf die Hochburg führte. Dort oben gab es dann für die
Gruppe auch noch eine „archäologische Attraktion“. Aber darüber werde ich hier in dem Haithabu-Tagebuch erst in einer Woche
etwas schreiben.
Links: Nördlicher Stadtwall, Treppe führt zum Nordtor. Rechts: Oben auf der Hochburg, neben der Freilichtbühne.
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Wer sich die Aufnahmen genauer ansieht, wird vielleicht entdeckt haben, dass alle in der Gruppe entweder einen
Regenschirm oder Regenjacken dabei hatten, außer Dr. Kroll. Er sagte zu uns, dass es bei seinen Führungen nicht regnen würde und
er daher keinen Regenschirm, sondern nur seinen Zeigestock benötigt. Man mag es mir kaum glauben, aber er hatte damit recht
gehabt. Es hat nicht geregnet und selbst die Sonne zeigte sich dann immer häufiger. Vor dem Wikinger Museum war diese Führung
zu ende und die Gruppe löste sich auf. Die heutige Information auf der Wanderung war so zahlreich, dass ich damit das Tagebuch
locker sprengen könnte und daher verzichte ich darauf. Ich kann daher wirklich jedem „Wikingerfan“ raten, unbedingt mal
selber an einer der Kroll'schen Führungen teilzunehmen. Es lohnt sich wirklich! Die nächste und zugleich auch die letzte Führung in
diesem Jahr ist am 22. Juli 2012. Zum Schluss noch
ein Hinweis auf ältere Tagebucheinträge:
Einen Vorteil hatte die kleine Gruppe auf jeden Fall gehabt. Eine Gelegenheit, die man bei größeren Gruppen kaum
haben wird, man konnte viel mehr Fragen stellen. Aber dennoch wünsche ich mir für Dr. Kroll bei der nächsten Führung wieder
mehr interessierte Museumsbesucher. Da Wulf (Freese) zu meinem Glück noch zu den Wikinger Häuser nach Haithabu fahren
wollte, konnte ich bei ihm mitfahren.
Dort angekommen, blieben wir erst mal an dem Zelt von Marion und Sven (Hopp) stehen. Direkt neben dem Zelt
testete Reinhard (Erichsen) einen Kinderbogen, den er vorher angefertigt hatte. Der Bogen hatte alle Tests problemlos
bestanden. Marion und Sven (Hopp) bieten seit Jahren in Haithabu für Gruppen Zinnguss an, darüber habe ich am 20.05.2012 hier
in dem Haithabu-Tagebuch kurz berichtet. Heute erfuhr ich, dass er nun auch noch mit der Bronzegießerei anfängt und heute war
sein erster Gussversuch. Eigentlich wäre es nun an der Zeit auf der Museumsfreifläche für Marion und Sven (Hopp) ein Grubenhaus
[wäre dann Haus Nr. 8] zu errichten, da die damaligen Handwerker ebenfalls in Grubenhäusern gearbeitet haben. Darin könnte man
dann die Arbeitsstelle für einen Glasperlenmacher (evtl. zusätzlich auch für einen Bronzegießer) einrichten.
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Von links: Marion Hopp, Saskia Sobbe und Arno Reinecke auf der Museumsfreifläche in Haithabu.
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Saskia (Sobbe), Expertin für Brettchenweben, war mit ihren beiden Kindern Freya und Leif an diesem Wochenende
wegen einer Vorführung Handwerk im Experiment zum Mitmachen „Mit Brettchen gewebt – Kunst volle Borten für die Tracht“
ebenfalls in Haithabu. Gestern am Samstag gab Saskia (Sobbe) sogar einen Workshop (mit Voranmeldung) in drei Abschnitten.
Angefangen mit einem Einführungskurs unter dem Motto „Mit Brettchen und Faden zur Borte“ und beendet mit „Musterpatronen
leicht gemacht“. Da der Workshop sehr gut von den Museumsbesuchern angenommen wurde, wird Saskia wohl auch im nächsten
Jahr 2013 auf der Museumsfreifläche in Haithabu wieder einen Workshop durchführen. Dann werde ich auch dabei sein und
darüber berichten. Für heute kann ich nur auf einen Bericht mit Aufnahmen aus dem Jahr 2008 verweisen, [Bericht vom: 30.08.2008].
Dieser Workshop wurde vorher in der Zeitung (Schleswiger Nachrichten) und auf der neuen Internetseite von dem
Wikinger Museum Haithabu angekündigt.
Experte für Gefäße und Objekte aus Speckstein, Arno Reinecke auf der Museumsfreifläche in Haithabu
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Ebenfalls an diesem Wochenende war Arno (Reinecke) auf der Museumsfreifläche. Er zeigte auf einem Schautisch
den Museumsbesuchern in seiner Vorführung Handwerk im Experiment „Gefäße und Objekte aus Speckstein“. Da ich diesmal davon
leider keine Aufnahmen gemacht habe, zeige ich einfach eine Aufnahme aus dem Fotoarchiv von dem 2. Herbstmarkt in Haithabu.
Gelegentlich kann es in Haithabu auch mal vorkommen, dass ein „Wikingerhändler“ dort sporadisch erscheint und daher nicht in
dem Jahresprogramm steht, wie dieser Händler, der in dem Haus des Tuchhändlers [Haus Nr. 2] seinen selbst hergestellten Honig
zum Verkauf angeboten hatte. Wer mochte, durfte alle leckeren Honigsorten probieren. Nachdem die Wikinger Häuser von
Reinhard (Erichsen) nach 17:00Uhr verschlossen worden sind, nahmen mich zum Glück Marion und Sven (Hopp) wieder mit nach
Rendsburg, dafür vielen Dank.
Ein „Wikingerhändler“ in dem Haus des Tuchhändlers mit seinem Honig.
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Bevor ich das Haithabu-Tagebuch für den heutigen Tag schließe, noch zwei Informationen am Ende: Auf der
Internetseite von dem Wikinger Museum Haithabu gab es zu dem Workshop von Saskia (Sobbe) eine Kursbeschreibung. Diese
Information habe ich als PDF-Datei abgespeichert und wer möchte, kann sich diese Datei (Link rechts im Seitenrahmen) aufrufen.
Vielleicht werden dann im nächsten Jahr noch mehr Museumsbesucher an diesem Kurs teilnehmen. Auf der archäologisch-
botanischen Führungen erklärte uns Dr. Helmut Kroll, dass selbst wenn der Mensch seit Jahrhunderten von Jahren nicht mehr da
ist, zumindest die Pflanzen an der ehemaligen Siedlungsfläche ihre Geschichte erzählen können. Und dazu fand ich auf SWR einen
passenden Filmbeitrag mit dem Titel: „Kräuter Karls des Großen“, dass ich daher hier im Tagebuch auch unbedingt verlinken
möchte. Hoffentlich bleibt dieser Beitrag recht lange in der SWR-Mediathek erhalten.
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Kräuter Karls des Großen Video vom SWR | 03:03 min
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